Unterwegs in Relikten der Eiszeit: die Boberger Dünen

Die Boberger Dünen sind ein Teil des Naturschutzgebietes Boberger Niederung. Sie sind Relikte einer weiten Binnendünenlandschaft, deren Entstehung auf die letzte Eiszeit zurückzuführen ist. Während dieser wurde von den Schmelzwassern im Elbe-Urstromtal große Mengen Sand abgelagert.

Der größte Teil der Sandmassen ist jedoch verschwunden und wurde in den letzten 150 Jahren vom Menschen abgetragen und für Aufschüttungen im Hamburger Stadtgebiet und den Bau von Eisenbahnanlagen zwischen Hamburg und Bergedorf genutzt. Das, was übriggeblieben ist, wollten wir uns anschauen.

Wir starten am Naturschutzinformationshaus Boberger Niederung (Oder Boberger Dünenhaus). Da wir zeitig am Tag vor Ort sind, gibt es hier noch einen Parkplatz (als wir gut 3 Stunden später wieder am Ausgangspunkt ankamen, hat sich die Anzahl der Autos vervielfacht und die offiziellen Parkplätze waren voll. Frühes Ankommen lohnt also.)

Eine Infotafel vor Ort zeigt uns übersichtlich dargestellt verschiedene Wanderwege. Da wir wegen der Boberger Dünen gekommen sind, wählen wir den Dünenweg, ausgeschildert mit einem gelben Schmetterling. Das Naturschutzinformationshaus Boberger Niederung ist für diesen ein idealer Startpunkt. Es dauert gar nicht lange, dann biegen wir von einem Feldweg ab und sind direkt auf einer großen Sanddüne. Die Kinder stürmen los, unser Hund hinterher. Platz zum Toben. Wir folgen der ungefähren Richtung des Wanderweges, denn der gelbe Schmetterling ist doch schwer zu entdecken. Eine tolle Landschaft auch mitten im Winter! Dünen, Birkenwälder, Heidekraut… Unser Picknick packen wir an einer kleinen Sandabbruchkante aus.

Nicht ganz dem Wanderweg folgend, machen wir einen kleinen Abstecher zum Baggersee, an dessen Badestelle im Sommer wohl so Einiges los ist. Er ist durch den Abbau von Rohstoffen entstanden.

Der Rückweg führt uns wieder durch die Dünen. Es gibt asphaltierte Wege durch das Naturschutzgebiet. Auf diesen lässt sich das Gebiet mit dem Rad oder auch Kinderwagen gut erkunden. Dazwischen gibt es kleine Wanderwege, die dann auch nicht so voll sind.

Am Ende unserer Tour schauen wir in das Naturschutzinformationshaus Boberger Niederung. Eine kleine, aber sehr schön hergerichtete Ausstellung zeigt Flora und Fauna der Boberger Niederung. Kinder können die Dinge spielerisch entdecken mit Fühlen, Riechen, Lupen und Schattenspielen. Der Eintritt ist kostenlos, um eine Spende wird jedoch gebeten. Auch gibt es hier Toiletten und auch Café gegen eine Spende. Nur Hunde dürfen nicht mit ins Haus.

In dem Informationshaus findet man jede Menge Flyer, die über die verschiedenen Wanderwege und die Entstehung der Boberger Dünen Auskunft geben.

Neben dem Dünenweg gibt es in der Boberger Niederung noch den Moorweg, den Wiesenweg und den Terrassenweg. Ganz sicher lässt sich auch hier tollen Landschaft erkunden. Ausflugsziel für einen weiteren Tag.

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